Aufgaben einer oder eines Freiwilligen
Aufgaben einer oder eines Freiwilligen
Jeder Tag im Theater ist anders. Dementsprechend variieren auch die Aufgaben und Dinge, die erledigt werden müssen. Was ich eigentlich immer gemacht habe, ist der Kartenvorverkauf, das heißt das Telefonieren, das Reservieren und Vorbereiten der Karten, den E-Mail-Verkehr und den Vorverkauf im Theater selbst. Dadurch hat man viel intensiven Kontakt zu den Besuchern. Ich bin auf diesem Weg vielen sehr netten Menschen begegnet. Häufig habe ich dann auch beim Vorbereiten der Vorstellungen geholfen und den Einlass gemacht.
Hinter den Kulissen habe ich viele andere größere und kleinere Aufgaben erledigt und beispielsweise Pressetexte geschrieben, Verträge ausgefüllt, eine neue Malvorlage zu einem Kinderstück entworfen, Kindergeburtstage geplant und bei der Durchführung geholfen, oder auch bei der Entwicklung ganz neuer Dinge mitgemacht. Dabei ist zum Beispiel ein Kinder-Workshop zum Thema Piraten entstanden.
Außerdem habe ich die Puppenspielerinnen häufig zu Gastspielen im Umkreis begleitet, was auch einen großen Teil des Alltags der beiden ausmacht. Die Gastspiele finden bei Kunden wie zum Beispiel Kindergärten, Grundschulen oder anderen Veranstalter*innen statt. Dass bei diesen Auftritten nicht immer alles so läuft wie geplant und sie auch hin und wieder mal zu kleinen Abenteuern werden habe ich ganz schnell festgestellt. Es ist natürlich eine Herausforderung, in ständig anderen Räumen mit den unterschiedlichsten Grundvoraussetzungen zu spielen. Besonders schön zu sehen war für mich dann immer, wie sehr sich die Kinder (und auch die Erwachsenen ) über die Stücke gefreut haben.
Im Laufe des Jahres haben sich meine Aufgaben natürlich immer wieder verändert. Man kann ja nicht von Anfang an alles machen. Angefangen habe ich mit kleineren Dingen wie dem Vorverkauf und habe dann immer mehr übernommen. Was ich dann noch zusätzlich gemacht habe hing auch immer sehr davon ab, wo meine Stärken und natürlich auch meine Interessen gerade waren. Ich konnte nach und nach immer besser eigene Ideen einbringen, was besonders schön war. Dadurch habe ich gelernt, an Aufgaben zu wachsen und auch mal auf das zu vertrauen, was ich allein entwickelt habe.
Was ich gelernt habe
…und hoffentlich auch behalte!
Während meines Freiwilligendienstes habe ich auf sehr verschiedene Arten gearbeitet. Neben einigen theaterspezifischen Arbeiten und einem gewissen Grundwissen in diesem Gebiet habe ich vor allem Dinge gelernt oder verbessern können, die in jedem Beruf wichtig sind.
Da war einerseits das gemeinsame Arbeiten, was, egal wo man auch hinschaut, unheimlich wichtig ist. Davon fand sehr viel im internen Theaterteam statt, aber eben auch nach außen hin im Kontakt mit Theaterbesuchern und Theaterbesucherinnen. Dadurch, dass man Entscheidungen nicht einfach allein und aus dem Bauch heraus treffen kann, sondern immer eine Möglichkeit finden muss, mit der sich alle wohlfühlen, habe ich mich in verschiedenen Fähigkeiten weiter üben können, darunter Geduld, Kritikfähigkeit und Respekt, aber auch eine gewisse Durchsetzungskraft.
Aber natürlich kommt es andererseits bei einem kleinen Team wie diesem auch schon mal vor, dass man allein ist und so auch eigenständig Arbeiten muss. Das zu können ist mindestens genauso wichtig wie Teamfähigkeit. Im Nachhinein kann ich dazu ganz klar sagen: Es war für mich anfangs deutlich schwieriger, Entscheidungen allein zu treffen, als im Team zu arbeiten. Umso stolzer macht es mich deshalb, dass ich mittlerweile ein größeres Vertrauen in das habe, was ich tue und auch in die Entscheidungen, die ich treffe.
Ich habe während meines Freiwilligendienstes von vielen Seiten gehört, dass mir das Jahr gut getan hat und das denke ich rückblickend auch. Vor allem jetzt, da ich diesen Text schreibe und so viel darüber nachdenke. Ich bin, was viele Dinge angeht, sehr viel selbstbewusster geworden. Was mir meine Zeit im Figurentheater mitgibt, werde ich ganz bestimmt noch mein ganzes Leben lang zu schätzen wissen und ich bin sicher, dass ich in meinem späteren Beruf, ganz egal, wo ich mal lande, sehr davon profitieren werde.

